Mehr als 200 Menschen sterben jedes Jahr an dem „tödlichsten Lebensmittel der Welt“ – und dennoch essen es fast 500 Millionen.

Mehr als 200 Menschen sterben jedes Jahr an dem „tödlichsten Lebensmittel der Welt“ – und dennoch essen es fast 500 Millionen.

Maniok enthält von Natur aus cyanogene Glykoside . Werden die Pflanzenzellen durch Kauen, Mahlen oder Verarbeiten beschädigt, können diese Verbindungen Cyanwasserstoff freisetzen , ein hochgiftiges Gift.

Unsachgemäß zubereitete Maniok kann folgende Folgen haben:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • Lähmung
  • Neurologische Schäden
  • Tod in schweren Fällen

Eine langfristige Exposition gegenüber geringen Mengen an Cyanid aus Maniok kann auch eine neurologische Erkrankung namens Konzo verursachen , die zu einer irreversiblen Lähmung der Beine führt.


Die zwei Hauptarten von Maniok

Süßmaniok

Diese Sorte enthält weniger Toxine und ist nach ordnungsgemäßer Zubereitung, insbesondere nach dem Kochen, in der Regel unbedenklich.

Bittere Maniok

Diese Sorte enthält deutlich höhere Cyanidwerte und erfordert eine aufwendige Vorbereitung wie Einweichen, Fermentieren und langes Kochen, bevor sie sicher verzehrt werden kann.


Warum essen es immer noch so viele Menschen?

Maniok ist äußerst wertvoll, weil er:

  • Wächst auch auf kargen Böden
  • Übersteht Dürrebedingungen
  • Produziert große Mengen an Kalorien
  • Hilft dabei, Hungersnöte in vielen Regionen zu verhindern

Für Millionen von Familien ist Maniok nicht nur Nahrungsmittel – er ist eine Überlebenspflanze.


Wie Maniok sicher gemacht wird

Bei traditionellen Zubereitungsmethoden werden die meisten Giftstoffe entfernt.

1. Schälen und Reiben

Die Schale enthält die höchste Konzentration an Toxinen und wird daher zuerst entfernt.

2. Einweichen

Die geriebene Maniok wird 24–72 Stunden in Wasser eingeweicht, damit sich giftige Verbindungen zersetzen und auflösen können.

3. Gärung

Bei bitterer Maniok reduziert die Fermentation den Toxingehalt zusätzlich.

4. Kochen

Durch Kochen, Braten, Rösten oder Backen lässt sich eventuell verbliebener Cyanwasserstoff verdampfen.

Bei korrekter Zubereitung gilt Maniok als unbedenklich zum Verzehr.


Ist Maniok wirklich das „tödlichste Nahrungsmittel der Welt“?

Der Titel ist etwas reißerisch, aber es steckt Wahrheit dahinter.

Nahrungsmittel wie Kugelfisch enthalten möglicherweise stärkere Giftstoffe, aber Maniok betrifft weitaus mehr Menschen, da er täglich von Hunderten von Millionen Menschen konsumiert wird.

Laut Gesundheitsorganisationen verursacht die Maniokvergiftung jährlich über 200 Todesfälle sowie Tausende von Krankheits- und Behinderungsfällen.


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