2.
Mit Omas alter Saatgutkiste bereitete ich 286 nummerierte Päckchen vor. Darin befanden sich Samen, Zwiebeln, Stecklinge oder Wurzeln für genau die Pflanzen, die im Garten ersetzt werden mussten. Ganz unten legte ich eine laminierte Kopie von Omas Gartenplan hinein. Auf den Deckel schrieb ich: „RESTAURIERUNGSSET“. Am nächsten Nachmittag ließ ich die Kiste zu Kelsey bringen. Keine Stunde später klingelte mein Telefon.
„Nadia, was hast du mir geschickt?“
„Mein Hochzeitsgeschenk.“
„Das sind Samen und Erde!“
„Das sind die Pflanzen, von denen du gesagt hast, dass sie wieder wachsen.“
Einen Moment lang herrschte Stille.
„Du erwartest doch nicht ernsthaft, dass ich 286 Pflanzen einsetze?“
„Nein. Ich möchte, dass du verstehst, warum diese 286 Pflanzen für mich wichtig waren.“
Kelsey bot sofort an, einen Gärtner zu bezahlen. Doch genau darum ging es mir nicht.
„Komm samstags zum Seehaus und hilf mir, den Garten nach Omas Plan wiederherzustellen.“
Zunächst war sie wenig begeistert. Eine Woche später erschien sie trotzdem mit neuen Gartenhandschuhen.
„Wo fangen wir an?“
Ich reichte ihr Päckchen Nummer eins.
„Lavendel.“
Sie betrachtete die Karte
suchte die richtige Stelle und begann zu arbeiten. Mittags sah sie auf die leeren Päckchen neben sich.
„Wie viele haben wir geschafft?“
„Acht.“
„Nur acht?“
„Dann bleiben noch 278.“
Am nächsten Samstag kam Kelsey wieder. Diesmal trug sie alte Jeans und hatte ihre eigenen Gartengeräte dabei. Sie fragte nicht mehr, wann wir fertig sein würden. Stattdessen wollte sie wissen, warum bestimmte Blumen genau an bestimmten Stellen standen. Als ich ihr die erste Geschichte erzählte, hielt sie plötzlich mit der Arbeit inne.
Und da bemerkte ich zum ersten Mal, dass Kelsey langsam verstand, was sie an diesem Garten zunächst übersehen hatte.Ti.p.pen Sie auf das F.oto, um den voll.ständigen Artikel anz.uzei.gen