Ungewöhnliche Blasen unter der Wandfarbe können beunruhigend sein, besonders wenn sie sich weich anfühlen und größer zu werden scheinen. Auch wenn man sie leicht als harmlose Reaktion auf Feuchtigkeit abtun könnte, deuten sie möglicherweise auf ein ernsteres Problem hin. Die Ursachen dieser Blasen zu verstehen, ist daher sowohl aus ästhetischen als auch aus baulichen Gründen entscheidend.
In diesem Artikel gehen wir den verschiedenen Ursachen für Blasenbildung in Farbe nach – von einfachen Feuchtigkeitsreaktionen bis hin zu schwerwiegenderen Problemen wie Lecks oder aufsteigender Feuchtigkeit. Wir geben Ihnen außerdem Tipps, wie Sie die Ursache ermitteln, das Problem beheben und ein erneutes Auftreten verhindern können. Ob es sich um eine kleine Stelle mit Blasenbildung oder ein größeres Problem handelt: Dieser Ratgeber hilft Ihnen, das Problem effektiv anzugehen.
1. Was diese weichen Farbblasen eigentlich sind
Lackblasen entstehen, wenn sich der Lackfilm von der darunterliegenden Oberfläche ablöst. Dies ist typischerweise auf einen Haftungsverlust zurückzuführen und kann durch verschiedene Faktoren wie Feuchtigkeit, Hitze oder eine Reaktion zwischen dem Lack und dem Untergrund verursacht werden. Oftmals sind diese Blasen mit Feuchtigkeit oder Luft gefüllt und fühlen sich daher weich an.
Wird Farbe auf eine noch nicht vollständig trockene Wand aufgetragen oder befindet sich darunter Feuchtigkeit, kann der erhöhte Druck Blasenbildung verursachen. Dies tritt häufig verstärkt in Bereichen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder in schlecht belüfteten Räumen auf. Größe und Häufigkeit der Blasen können variieren; sie können nur 3 mm im Durchmesser messen oder mehrere Zentimeter groß werden.
2. Wie man erkennt, ob es sich nur um Luftfeuchtigkeit oder ein größeres Problem handelt.
Um festzustellen, ob die Blasenbildung lediglich auf die Luftfeuchtigkeit zurückzuführen ist oder ob ein ernsteres Problem vorliegt, beginnen Sie mit einer Untersuchung der Raumluft. Messen Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum mit einem Hygrometer; Werte über 60 % können aufgrund der überschüssigen Feuchtigkeit in der Luft zur Blasenbildung in der Farbe beitragen.
Untersuchen Sie die Lage der Blasen. Befinden sie sich gehäuft in der Nähe einer Wasserquelle, beispielsweise im Badezimmer oder in der Küche, könnte die Feuchtigkeit die Ursache sein. Sind die Blasen jedoch weit verbreitet oder an Innenwänden fernab von Wasserquellen zu finden, deutet dies möglicherweise auf ein Leck in der Wand oder aufsteigende Feuchtigkeit vom Boden hin.
3. Häufige Feuchtigkeitsquellen, die sich hinter Blasenbildung in der Farbe verbergen
Mehrere häufige Feuchtigkeitsquellen können zu Blasenbildung in der Farbe führen. Dazu gehören Lecks in Wasserleitungen innerhalb der Wände, Dachlecks, durch die Wasser an den Wänden herunterläuft, und Kondenswasser an schlecht isolierten Stellen.
In älteren Häusern kann Feuchtigkeit auch aus dem Erdreich stammen, und zwar durch Kapillarwirkung, bei der Wasser durch das Fundament in die Wände aufsteigt. Die Feuchtigkeitsquelle zu ermitteln ist entscheidend für eine wirksame Behebung des Problems.
4. Anzeichen dafür, dass die Blasen auf ein Leck in Ihrer Wand hinweisen
Wenn die Blasenbildung von anderen Anzeichen wie Verfärbungen, Schimmelbildung oder einem muffigen Geruch begleitet wird, deutet dies stark auf ein Leck in der Wand hin. Weitere Indizien sind abblätternde Farbe, bröckelnde Gipskartonplatten oder anhaltende Feuchtigkeit an derselben Stelle, selbst wenn es nicht geregnet hat.
Eine Infrarotkamera kann helfen, Feuchtigkeit hinter Wänden aufzuspüren, ohne diese zu beschädigen, und hebt kühlere Bereiche hervor, die auf das Vorhandensein von Feuchtigkeit hinweisen.
5. Wenn aufsteigende Feuchtigkeit vom Boden die eigentliche Ursache ist
Aufsteigende Feuchtigkeit entsteht, wenn Feuchtigkeit aus dem Erdreich durch Kapillarwirkung durch die Wände aufsteigt. Dies kommt besonders häufig in älteren Gebäuden ohne ordnungsgemäße Horizontalsperre vor. Achten Sie auf Wasserflecken im unteren Wandbereich, Salzablagerungen oder einen muffigen Geruch – typische Anzeichen für aufsteigende Feuchtigkeit.
Durch die Messung des Feuchtigkeitsgehalts in verschiedenen Höhen der Wand mit einem Feuchtigkeitsmessgerät lässt sich aufsteigende Feuchtigkeit bestätigen, wobei der Feuchtigkeitsgehalt in Bodennähe höher ist.
6. Weitere versteckte Ursachen: Mangelhafte Vorbereitung, alte Farbe und Dampfsperren
Eine unsachgemäße Untergrundvorbereitung vor dem Anstrich kann zu schlechter Haftung und Blasenbildung führen. Dazu gehören unzureichende Reinigung des Untergrunds, unvollständiges Trocknen oder das Auftragen des Anstrichs unter ungeeigneten Bedingungen.
Die Verwendung alter oder minderwertiger Farbe kann ebenfalls zu Blasenbildung führen, ebenso wie das Vorhandensein von Dampfsperren auf der warmen Seite der Wanddämmung, da diese Feuchtigkeit einschließen und zur Kondensation führen können.
7. Schnelle Tests, die Sie noch heute durchführen können, um die Feuchtigkeit aufzuspüren
Führen Sie einen einfachen Feuchtigkeitstest durch, indem Sie ein Stück Alufolie an die Stelle an der Wand kleben, an der sich Blasen gebildet haben. Lassen Sie die Folie 24 Stunden lang dort und prüfen Sie dann, ob sich Kondenswasser gebildet hat. Wenn sich auf der Wandseite der Folie Feuchtigkeit befindet, deutet dies auf ein Problem in der Wand hin.
Überprüfen Sie außerdem nahegelegene Wasserleitungen auf Undichtigkeiten und kontrollieren Sie Dach und Dachrinnen auf Anzeichen von Wassereintritt. Auch die Messung des Feuchtigkeitsgehalts der Wände mit einem Feuchtigkeitsmessgerät kann wertvolle Erkenntnisse liefern.
8. Sofortmaßnahmen, um eine Verschlimmerung des Schadens zu verhindern
Reduzieren Sie zunächst die Luftfeuchtigkeit im Raum, indem Sie einen Luftentfeuchter verwenden oder die Belüftung verbessern. Bei Verdacht auf ein Leck drehen Sie die Wasserzufuhr im betroffenen Bereich ab und kontaktieren Sie einen Klempner. Bei aufsteigender Feuchtigkeit empfiehlt sich der Einbau einer Horizontalsperre, um weiteres Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.
Entfernen Sie die abblätternde Farbe vorübergehend, damit die Wand trocknen kann. Dadurch werden weitere Schäden und Schimmelbildung verhindert, bis die endgültige Reparatur erfolgen kann.
9. Wie Profis Feuchtigkeitseintritt hinter gestrichenen Wänden diagnostizieren