Die
Noah war vom Baseball besessen.
Ich wurde von Kunst besessen.
Er versuchte, mir Baseballstatistik beizubringen.
Ich revanchierte mich, indem ich ihn durch Museen schleifte.
Keine der Kampagnen war erfolgreich.
Als wir zwölf Jahre alt waren, ließen sich meine Eltern scheiden.
Das hat mich mehr verändert, als ich damals begriffen habe.
Mein Vater zog zwanzig Minuten weiter weg.
Mama tat so, als würde sie nicht weinen.
Ich tat so, als hätte ich nichts bemerkt.
In der Schule habe ich mittags kaum noch etwas gegessen.
Noah erkannte es.
Er hat mich nie um eine Erklärung gebeten.
Er setzte sich einfach neben mich.
Manchmal redete er.
Manchmal tat er es nicht.
Einmal erklärte er fünfzehn Minuten lang ununterbrochen, warum unser Baseballteam dringend einen besseren Relief Pitcher brauchte.
Ich habe vielleicht vier Wörter verstanden.
Jedenfalls hat es geholfen.
Jahre später, als ich meine erste Fahrprüfung nicht bestanden hatte, kam Noah mit zwei Eiscremes zu mir nach Hause.
– Warum zwei?
„Eins, weil du es versucht hast.“
Ich lächelte.
„Und der andere?“
– Weil du schlecht gefahren bist.
Ich habe ein Kissen nach ihm geworfen.
Als ich sechzehn war, hätte ich beinahe mit der Kunst aufgehört, weil ein Mädchen aus meiner Klasse sich über eines meiner Bilder lustig gemacht hatte.
Am nächsten Morgen fand ich die hässlichste Dinosaurierzeichnung, die ich je angefertigt hatte, in Noahs Spind eingraviert.
“Noah!”
– Das?
„Warum ist es dort?“
Er sah ihn an.
„Sieht immer noch aus wie eine Kartoffel mit Armen.“
„Dann senke es.“
– NEIN.
– Weil?