Tomaten gelten seit Jahren als eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt. Sie sind allgegenwärtig – von Salaten und Soßen über Suppen und Säfte bis hin zu unzähligen selbstgekochten Gerichten. Doch in letzter Zeit hat das wachsende wissenschaftliche Interesse an Tomaten für Schlagzeilen gesorgt, in denen behauptet wird, Forscher hätten überraschende Wirkungen entdeckt, die mit regelmäßigem Tomatenkonsum in Verbindung stehen.
Was genau haben Wissenschaftler also über Tomaten herausgefunden?
Die Antwort ist differenzierter – und interessanter – als die reißerischen Schlagzeilen vermuten lassen.
Die Forschung hat im Laufe der Jahre einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Tomaten und einer Vielzahl potenzieller gesundheitlicher Auswirkungen festgestellt, insbesondere weil Tomaten reich an Antioxidantien, Vitaminen, Mineralstoffen und Pflanzeninhaltsstoffen sind, die die Körperfunktionen beeinflussen. Obwohl Tomaten kein Wundermittel sind, untersuchen Wissenschaftler weiterhin, wie sich regelmäßiger Verzehr auf die Herzgesundheit, Entzündungen, den Alterungsprozess und sogar das Risiko langfristiger Erkrankungen auswirken kann.
Schauen wir uns genauer an, was die Forschung tatsächlich aussagt, warum Tomaten so viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen und was im Körper passiert, wenn sie regelmäßig in den Speiseplan aufgenommen werden.
Warum Wissenschaftler so großes Interesse an Tomaten haben
Tomaten mögen gewöhnlich erscheinen, aber ernährungsphysiologisch sind sie überraschend komplex.
Sie enthalten:
Vitamin C
Kalium
Folsäure
Vitamin K
Faser
Antioxidantien
Pflanzenstoffe, sogenannte Carotinoide
Die Verbindung, die die größte Aufmerksamkeit erhält, ist Lycopin, ein starkes Antioxidans, das für die rote Farbe der Tomaten verantwortlich ist.
Lycopin ist in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Forschung gerückt, da Antioxidantien dazu beitragen, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen – einem Prozess, der mit dem Altern und vielen chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht wird.
Im Gegensatz zu manchen Nährstoffen, die der Körper nur schwer aufnehmen kann, wird Lycopin durch das Kochen von Tomaten, insbesondere mit gesunden Fetten wie Olivenöl, noch besser verfügbar.
Das ist einer der Gründe, warum gekochte Tomatenprodukte wie Tomatensoße in Ernährungsstudien häufig hervorgehoben werden.
Tomaten und Herzgesundheit
Eines der wichtigsten Forschungsgebiete im Zusammenhang mit Tomaten betrifft die Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Wissenschaftler haben beobachtet, dass eine Ernährung reich an Tomaten und Lycopin mit folgenden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden kann:
Verbesserte Blutgefäßfunktion
Niedrigere Werte von oxidativem Stress
Reduzierte Entzündung
Bessere Cholesterinbalance bei einigen Personen
Das in Tomaten enthaltene Kalium trägt auch zur Aufrechterhaltung eines gesunden Blutdrucks bei, indem es hilft, den Natriumspiegel im Körper auszugleichen.
Einige Studien legen nahe, dass Menschen, die regelmäßig tomatenreiche Lebensmittel verzehren, ein geringeres Risiko für bestimmte Herzerkrankungen haben könnten als diejenigen, die insgesamt weniger antioxidantienreiche Lebensmittel konsumieren.
Forscher weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass Tomaten nicht allein die Wirkung entfalten. Menschen, die mehr Tomaten essen, folgen oft auch insgesamt gesünderen Ernährungsgewohnheiten.
Dennoch wird der Zusammenhang zwischen Tomaten und Herzgesundheit weiterhin intensiv wissenschaftlich untersucht.
Die Rolle des Lycopins
Lycopin wird oft als der „Star-Nährstoff“ in Tomaten bezeichnet.
Als Antioxidans hilft Lycopin, instabile Moleküle, sogenannte freie Radikale, zu neutralisieren. Diese Moleküle können mit der Zeit Zellen schädigen und zu Entzündungen und Alterungsprozessen beitragen.
Forscher haben untersucht, ob Lycopin helfen könnte: