Spahn übermittelte ein Schreiben an die Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag: „Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt“, heißt es darin.

Zuvor hatte es Gespräche zwischen Merz und Spahn gegeben. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des Parteivorsitzenden erfuhr, forderte der Kanzler den Fraktionschef dabei zum Rücktritt auf.
Am frühen Nachmittag teilte Spahn der Fraktion seinen Rücktritt mit. „Die Entscheidung ist richtig und war unvermeidlich“, kommentierte Merz später den Schritt. „Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut.“
Spahn schrieb: „Es war mir eine große Ehre, Vorsitzender unserer gemeinsamen Fraktion sein zu dürfen.“ Er kritisierte aber auch eine „zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung“, die ihn sehr nachdenklich gemacht habe. Er appellierte, „bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton“ zu bleiben. „Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste“, fügte er hinzu.

