Mein Mann hatte sich 20 Jahre lang eine andere Frau über sein Herz tätowieren lassen; er schwor, sie sei nur in seiner Fantasie, bis ich sie fand.

Mein Mann hatte sich 20 Jahre lang eine andere Frau über sein Herz tätowieren lassen; er schwor, sie sei nur in seiner Fantasie, bis ich sie fand.

Zwanzig Jahre lang beharrte mein Mann darauf, dass die Frau, die er sich über sein Herz tätowieren ließ, nie existiert hatte. Ich hätte ihm fast geglaubt, bis ein altes Foto aus einem Geheimfach in seiner Garage rutschte und die sechs Worte auf der Rückseite mich zu jemandem führten, dem ich niemals hätte begegnen sollen.

Das Foto war unter einer losen Abdeckung in Richards Werkzeugkasten hervorgerutscht und mit dem Bild nach oben auf dem Garagenboden gelandet.

Zuerst bemerkte ich nur die verblassten, vergilbten Ränder.

Dann sah ich die Frau.

Sie war jünger als das Gesicht, das auf Richards Brust tätowiert war, aber die Augen passten.

Genauso wie die kleine Rose, die sie hinter ihrem linken Ohr trug.

Sie hielt ein Frühchen im Arm auf der Neugeborenenstation.

Ihr Blick war nicht auf die Kamera gerichtet. Sie betrachtete das Baby mit unendlicher Zärtlichkeit.

Auf die Rückseite hatte Richard sechs Worte geschrieben.

„Verzeih mir, Rose. Sie darf es nicht erfahren.“

Zwanzig Jahre zuvor, während unserer Flitterwochen, kam Richard mit einem Handtuch um die Hüften aus dem Hotelbadezimmer.

Es war das erste Mal, dass ich ihn lange genug ohne Hemd sah, um das Tattoo zu bemerken.

Das Gesicht einer wunderschönen jungen Frau erhob sich von seiner Brust.

Eine dunkle Haarmähne fiel über seine Schulter.

Hinter seinem Ohr prangte eine Rose, nicht größer als ein Fingernagel.

„Wer ist sie?“, fragte ich.

Richard senkte den Blick, als hätte er das Tattoo vergessen.

„Niemand.“

„Niemand lässt sich ein Tattoo über dem Herzen stechen, Richie.“

Er lachte und umarmte mich. „Es ist niemand, den du kennst. Ich habe es mir vor Jahren stechen lassen.“

Ich vertraute ihm vollkommen.

An diese Erklärung klammerte ich mich während fünf erfolgloser Kinderwunschbehandlungen. Und ich klammerte mich erneut daran, als der Arzt uns sanft riet, es nicht mehr zu versuchen.

Doch ich glaubte ihm umso mehr an dem Morgen, als wir ein frühgeborenes Mädchen mit dunklen Augen, einem heftigen Schrei und einer cremefarbenen Decke um die winzigen Beine nach Hause brachten.