Der 5,5-Stunden-Trick

Das deutsche Sozialrecht übernimmt eine EU-Formel: Wer mindestens 5,5 Stunden pro Woche arbeitet, erhält Arbeitnehmerstatus – und damit vollen Sozialleistungsanspruch. Genau hier setzten findige Vermittler an, arrangierten Mini-Jobs oder Scheinanstellungen, die gerade so den Schwellenwert erfüllten.
Für viele kommunale Jobcenter bedeutete das jahrelang hohe Ausgaben bei kaum überprüfbarer Erwerbstätigkeit. Jetzt kontern die Städte mit verstärkten Kontrollen, Lohnnachweisen und Hausbesuchen, um Scheinarbeit zu enttarnen.
Welche Stadt griff dabei am härtesten durch?
Duisburg drückt den roten Knopf

Mit 556 Leistungsentzügen führt Duisburg die Liste an – mehr als alle anderen Ruhrgebietsstädte zusammen. Oberbürgermeister Sören Link (SPD) spricht von einem „notwendigen Befreiungsschlag“ für klamme Stadtkassen und überlastete Quartiere wie Marxloh.
Begleitet wird das Vorgehen von Razzien in Problemhäusern, Müllbeseitigungsaktionen und enger Zusammenarbeit von Ausländerbehörde, Polizei und Zoll, um Schwarzarbeit aufzudecken.
Während Duisburg vorprescht, zeigt sich eine Nachbarstadt deutlich zögerlicher …