„Der Vater verheiratete seine von Geburt an blinde Tochter mit einem Bettler – und was danach geschah, überraschte viele.“ Zainab hatte die Welt nie gesehen, doch sie spürte ihre Grausamkeit mit jedem Atemzug. Sie wurde blind in eine Familie hineingeboren, die Schönheit hochhielt…

„Ich akzeptiere Ihre Bedingungen“, sagte Julian, und ein kleines, ehrliches Lächeln durchbrach seine steinerne Fassade.

 

Der Aufbruch war kein großer Festzug. Sie nahmen nur ihre Kräuter, ihre silbernen Instrumente und die Erinnerungen an die Hütte mit.

 

Als die Kutsche den Bergrücken hinauf zur Stadt fuhr, spürte Zainab, wie sich die Luft veränderte. Der Duft des Flusses verflog und wurde durch den schweren, vielschichtigen Geruch von Stein, Rauch und Menschen ersetzt.

 

„Hast du Angst?“, flüsterte Yusha und zog die Pelze enger um sich.

 

„Nein“, sagte sie und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. „Die Dunkelheit ist überall gleich, Yusha. Aber jetzt tragen wir das Licht.“

 

Im Tal unten stand das Steinhaus leer, doch der Garten gedieh weiter. Jahre später hielten Reisende dort an, um einen Lavendelzweig zu pflücken und erzählten die Geschichte des blinden Mädchens, das einen Bettler heiratete und schließlich ein ganzes Königreich in der Kunst des Heilens lehrte.

 

Man sagt, dass man in manchen Nächten, wenn der Wind genau richtig steht, noch immer die Stimme eines Mannes hören kann, der einer Frau die Sterne beschreibt, die sie deutlicher sah als alle anderen.

 

 

Das Feuer hatte ihre Vergangenheit ausgelöscht, die Dunkelheit ihre Gegenwart geformt, doch gemeinsam hatten sie eine Zukunft geschaffen, die keine Flamme berühren und kein Schatten verbergen konnte.